Das ist mal ein richtiger Senf! Süßer Senf selbst gemacht! Lust darauf Senf herzustellen hatte ich schon ganz lange, aber wie das immer so ist, kennt man das nur als Industrieprodukt und kann sich dementsprechend auch nur schwer vorstellen, dass das mit einfachen Mitteln in der eigenen Küche möglich ist. Die Auflösung vorweg, es ist möglich und auch nicht schwer. Man lernt dabei eine Menge, vor allem was man für ein komisches gestrecktes Zeug verkauft bekommt, wenn man hier mal das Original in der Hand hält
Zutaten:
100 Gramm Senfmehl
2 Teelöffel Honig
25 Gramm Zucker
1 Teelöffel Salz
100 Milliliter Essig
Die Frage stellt man sich relativ häufig, welcher Senf am besten zu einem Gericht passen würde. Wenn man dann einen Senf kauft, ist das so als wenn man die Stecknadel im Heuhaufen sucht. Da muss man einfach Glück haben, oder über irre Erfahrungswerte verfügen. Ich finde es deutlich einfacher, mit dem was man weiß und dem was man erreichen möchte, einen Senf selbst zu entwickeln. In diesem Fall soll es ein süßer Senf sein, weil ich frisches Leberkäsebrät von Metro mitgebracht habe, da meine Kinder im Moment total auf Leberkäse stehen. Der Senf ist dann natürlich für die Erwachsenen am Tisch, die den Leberkäse nicht mit Ketchup entwerten. Der Senf ist auch ein Traum zu Weißwürsten.
Ich bin ein ganz schlechter Rezeptkocher, aber ich hole mir gerne mal Anregungen, wie andere ein Produkt herstellen. Hier habe ich im Bereich Senf eine echte Perle, das Buch Senf selbst gemacht, von der oft kopierten und nie erreichten Claudia Diewald. Ich mache das nie eins zu eins, weil ich meistens nicht alle Zutaten wie im Rezept zur Verfügung habe, oder andere Mengen brauche. Oft stelle ich auch erst beim Machen fest, dass es z.B. ein Unterschied ist, ob ich 100 Gramm Senfkörner oder 100 Gramm Senfmehl verarbeite. Alles nicht schlimm, wenn man dann weiß, wie man sich helfen kann. Bei meinem letzten Senf habe ich selbst Senfkörner gemahlen. Danach habe ich mir 1 Kilo Senfmehl bei Metro für unter sieben Euro gekauft. Online habe ich Senfmehl für um die acht Euro gefunden. Das kann also jeder machen und jeder kaufen. Wenn Ihr Euch das tolle Buch kauft, braucht Ihr sowieso eine Menge Senfmehl, bevor Ihr da einmal durch seid. Selbst gemachter Senf ist auch ein tolles Geschenk zu Weihnachten. Vielleicht ein doofer Blick im ersten Moment, weil die meisten Leute sich nicht vorstellen können, dass man das selbst machen kann und hinterher dann großes Erstaunen und sie werden Euch Löcher in den Bauch fragen, wie das geht.
Ich habe mir für Euch die Mühe gemacht, die Zutaten richtig auszuwiegen.
100 Gramm Senfmehl
25 Gramm Zucker
2 Teelöffel Honig
1 Teelöffel Salz
100 Milliliter Essig dazu kippen. Das ist die Grundmenge Essig zum Rühren. Wenn Euch der Senf zu dick ist, einfach mehr Essig dazu kippen. Je nach Mischungsverhältnis muss man dann halt irgendwann mal bei Zucker und Salz nachziehen, aber mit den zwei Teelöffeln Honig, habt Ihr erstmal eine Menge Platz für Essig, bevor der Senf nicht mehr süß ist.
Die erste Erkenntnis des Tages, der Quickchef von Tupperware ist ein nettes Gerät aber nicht geeignet zum Rühren von Senf. Eine Küchenmaschine, die ich nicht habe, ist am besten geeignet, oder ein Pürierstab. Ich habe es aber auch mit dem Tuppertrümmer geschafft, weil ich vom Schlagwerk auf das Häckselwerk umgewechselt habe.
Der Senf ist gut verrührt und muss drei Stunden ziehen. Im Kühlschrank hält der Senf ewig. Mit jedem Tag zieht der Senf noch besser durch und wird milder. Wenn man den frisch gerührt hat, bekommt man einen ganz schönen Tritt in den Arsch. Der Senf ist mal soooo richtig scharf. Nach ein paar Tagen ist das aber (leider) vorbei, aber immer noch total lecker.
Wenn der Senf beim Reifen im Kühlschrank zu fest wird, oder Ihr das Gefühl habt, dass ihr den noch flüssiger haben wollt, na was wohl? Genau, Essig nachkippen. Das wird zu fast 100 % passieren, weil das Senfmehl die Flüssigkeit aufsaugt. Ist aber alles nicht schlimm.
Ich habe echt noch nicht viel selbst hergestellt, was frisch so meilenweit vom gekauften Produkt entfernt ist, wie Senf. Da muss man seine Geschmacksknospen ganz neu justieren und von dem Fertiggeschmack abrücken. Das ist viel intensiver als das gestreckte gekaufte Zeug, wenn man es in den Mund nimmt und man hat über den Gaumen beim Ausatmen auch so einen ganz tollen Nachgeschmack, den man normal nicht kennt. Das schlimmste was ich gelesen habe ist, das in Kaufsenf teilweise genmanipuliertes Rapsöl enthalten ist, aber das ist echt nur ein weiteres Nebengeräusch, über das man sich nicht mehr unterhalten mag, wenn man einmal selbst Senf hergestellt hat.
Morgen zeige ich Euch mal etwas ganz Perverses, wofür ich unbedingt den Senf haben wollte, Pizza Leberkäse...
Ich sage nur Einreiseverbot in Bayern und in Italien...
Viel Spaß beim Nachsenfen und einen guten Appetit.
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